Hué und ein unglaublicher Motorradtrip

Drei Tage volles Programm. Endlich konnte ich einen großen Punkt auf meiner To-Do-Liste durchstreichen:

  • In Vietnam Motorrad fahren

Na ok … ich trickse ein bisschen. Ich fuhr einen Roller und kein richtiges Motorrad – mir wollte niemand ein Motorrad vermieten, da ich keine Fahrpraxis und Führerschein hatte. Ich hätte wirklich nicht erwartet, dass ich in Vietnam nach einem Führerschein für ein Motorrad gefragt werde.

Im Endeffekt ist das aber nicht schlimm, denn vietnamesische Roller fahren auch locker 90 km/h.

 

DMZ

Aber ich fange erst einmal von vorne an.

Um nach Hué zu kommen bin ich von Phong Nha am Dienstagmorgen nach Hué runtergefahren. Mein gebuchter Bus war relativ teuer, hielt dafür aber bei den Tunneln und an der ehemaligen DMZ an.Flagge Vietnams Die Tunnel waren interessant und unheimlich.
In den Tunneln nördlich von Dong Ha hat sich während des Vietnamkrieges ein ganzes Dorf in die Erde gebuddelt. Auf drei Ebenen lebten mehrere Familien für einige Jahre. Sie sind so eng und dunkel, dass ich mich so weit bücken musste, dass meine Nase fast den feuchten Boden berührt hat, und ich leider keine Fotos machen konnte. Es gab drei Ebenen und die Gänge waren wirklich so eng, dass ich in der untersten Ebene das erste Mal in meinem Leben Platzangst hatte.
Danach hielt der Bus an der DMZ. Von ihr haben wir nicht viel gesehen, als ein Museum und ein Mausoleum/Denkmal (wir konnten den Guide nicht ganz verstehen, was das denn nun für ein Gebäude sei).

 

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Nach 5 Stunden Busfahrt kamen wir endlich zur Mittagszeit in Hué an. Mein Hostel war zum Glück gleich gegenüber der Straße von unserem Absetzpunkt.
Als ich ankam, hieß es jedoch fürs Erste: „Pustekuchen“. Alle Matratzen mussten wegen Flöhen ausgewechselt werden und das sollte lange dauern. Jedoch nahm mich der Besitzer mit seinem Roller zum zweiten Gebäude auf die andere Flussseite.
Ich war echt bisschen sauer, weil das eigentliche Hostel direkt in der Backpackerstraße von Hué liegt und ich hier ein Bier trinken wollte.IMG_2564

 

Der schönste Homestay

Als wir am anderen Gebäude ankamen erzählte mir der Besitzer, dass sie erst vor 6 Tagen geöffnet haben.

Nachdem ich kurz umgeschaut hatte, war ich völlig begeistert. Aus dem einzigen Dormitory hatte man vom Balkon einen überwältigenden Ausblick auf die Stadt und den Sonnenuntergang, das Personal war super nett und der Vibe mit den anderen Gästen und der Familie hat gestimmt.
Das Besitzer und seine Familie wohnen direkt im selben Haus und ich fühlte mich wohl.
Nachdem am ersten Tag Sightseeing angesagt war, mietete ich mir am nächsten Morgen mit einer anderen Reisenden zwei Roller und zusammen schauten wir uns die Gräber von ehemaligen Königen und Kaisern von Hué an.
Für uns  war es das erste Mal am Steuer eines Rollers zu sitzen, aber im Stadtverkehr von Hué und später in den Bergen, schafften wir es trotzdem ohne Unfall durchzukommen.
Die Gräber sind riesig und es gibt ca. 20 Stück in den Bergen. Wir haben uns nur das Größte von innen angeguckt und den Rest von außen besichtigt.

 

Der Parkwächter am Strand

Später am Tag sind wir dann noch mit zwei Anderen an den Strand gefahren. Unser Homestay hatte uns extra gesagt, dass es 5000 Dong kostet die Roller in einen beaufsichtigten Parkplatz unterzustellen. Der Parkwächter war aber nicht davon abzubringen von uns 7000 zu verlangen. Auch an der Preistafel stand 5000 Dong, aber er lies nicht mit sich verhandeln. Wir konfrontierten ihn damit, dass Vietnamesen 5000 Dong zahlen und Ausländer 7000. Das war ihm aber egal. Als ein vietnamesischer Mann seinen Roller unterstellte, ging er auf ihn zu und sagte zu ihm auf englisch: „7000 Dong“.

Eigentlich sind 2000 Dong nichts worüber man sich aufregt, aber solche Sachen passieren in Vietnam ständig und es nervt. Touristen wird fast immer mehr berechnet. Nachdem wir den Strand verlassen hatten, hatte zufällig der Vorderreifen eines Motorrads einen Platten und der Motor ging nach 1 km aus.

 

Hai Van Pass

Der nächste Tag hatte es in sich. Zusammen mit Jessie, einem Backpacker den ich in Hanoi kennengelernt und in Phong Nha wieder getroffen habe, haben wir uns jeder einen Roller gemietet und zwei Mädels aus unserem Homestay mieteten sich zwei Easy Rider.
Easy Rider sind Guides mit eigenem Motorrad, die dich von A nach B bringen und von den touristischen Plätzen wegbringen. Sie zeigen dir die Landschaft und können dir „manchmal“ Rabatte verschaffen.

 

Wir fuhren morgens um halb 9 los in Richtung Hoi An. Zuerst ging es durch die Stadt und weiter auf eine Schnellstraße in die Berge. Jessie und ich fuhren durchschnittlich 75 km/h auf unseren kleinen Rollern, die in Deutschland bestimmt nur bis 50 zugelassen werden dürfen. Wir spürten jede noch so kleine Bodenwelle und unsere Rollen hüpften wie Hasen über die Schnellstraße.

Die Berge waren unglaublich. Wir wurden kurz vorher von einem starken Monsunregen überrascht und konnten beide wegen unseren Brillen kaum oder nichts sehen – wir sind trotzdem weitergeheizt, denn in Südostasien kommt man mit der Devise

Ruhig bleiben, alles wird gut!

überall zum Ziel. Als unser Anstieg auf die Berge begann, verzogen sich die Wolken … die Aussicht war einfach unglaublich.

 

Hoi An

Am Abend kamen wir endlich fix und fertig in Hoi An an. Wir waren alle völlig erledigt und wollten schlafen. Zum Glück teilten wir unser Mehrbettzimmer mit drei partywütigen Schotten, die mit einer verrückten Niederländerin im Zimmer und auf dem Balkon feierten.