Mal was anderes in Ubud

In Reiseführern heißt es, dass Ubud das kulturelle Zentrum Balis ist. Ubud liegt zwar im Zentrum, aber eine ausgeprägt schöne Kultur habe ich in den ersten Tagen in dieser Stadt nicht angetroffen, nach einigen Tagen habe ich diese Aussage jedoch verstanden. Es geht in Ubud nicht darum sich in zwei Tagen die Stadt anzuschauen und schon garnicht an nur einem Tag. Bleibt man länger im Zentrum oder in einem der kleinen Dörfer, beginnt man sich an das Leben hier zu gewöhnen und die balinesische Kultur zu verstehen.

Während meines viertägigen Aufenthalts habe ich entspannt, viel gegessen, Yoga ausprobiert, einen Roller gemietet und einen Vulkan zum Sonnenaufgang bestiegen.

 

Ubud

Nach meiner zweiten Übernachtung habe ich verstanden, dass Ubud anders tickt. Tagsüber wird das Zentrum von Tagestouristen überfüllt und ich habe mich wie in Venedig im Juli gefühlt, aber abends und morgens entdeckt man kleine schöne Ecken mit entspannten Einheimischen. Wer Venedig nicht zur Hochsaison kennt, muss verstehen, dass die Preise dreifach so teuer, die Straßen überfüllt sind und man kein italienisch sondern allerlei andere Sprachen hört.

Gleich nach meiner Ankunft habe ich mir einen Roller gemietet und die Gegend erkundet. Zusammen mit einer anderen Deutschen sind wir in die Berge gefahren. Wir haben uns einige Male verfahren, aber dabei sind wir durch eine unglaubliche Landschaft gekommen – Menschen die auf den Reisefeldern arbeiten, Straßen aus Steinen und Schutt, untouristische Tempel und vieles mehr.

An jedem Abend sind wir in einer großen Runde Essen gegangen. Unsere Gruppe hat sich einige Tage zuvor in Seminyak im Gasthaus kennengelernt und ist zusammen nach Ubud gereist. Wir waren eine internationale Truppe aus den Niederlanden, Japan, USA und Deutschland.

 

Vulkanbesteigung

Während meiner dritten Nacht bin ich um halb 2 Uhr morgens aufgestanden, um vom Vulkan Batur den Sonnenaufgang zu sehen. Die Anderen, unserer internationalen Truppe, schliefen in einem anderen Hotel, weshalb ich dort nachts hingegangen bin (eine komplett idiotische Idee). Alle Hunde von Hauseigentümer sind auf der Straße und sind nachts sehr aggressiv. Mein Herz ist mir während den 10 Minuten auf der Straße in die Hose gerutscht und weitere 10 Minuten musste ich vor dem Hotel warten bis unser Fahrer kam. Unser Fahrer hatte genauso viel Angst, wie ich und wir verkrochen uns im Auto bis alle Bergsteiger eingestiegen waren.

Nach einer Stunde Fahrt kamen wir am Vulkan an und weitere 2 Stunden haben wir mit unserem Guide benötigt, um auf den Gipfel zu kommen.

Eine Stunde vor Sonnenaufgang waren wir auf dem Gipfel. Es war sehr kalt und der Wind pfiff uns um die Ohren, aber als die Sonne kam, war all das vergessen. Der Sonnenaufgang war unglaublich.

 

Yoga

Ja … ich habe Yoga ausprobiert. Die Unterrichtsstunde ging 1,5h und die Anlage war ungaublich schön. Was mich jedoch gestört hat sind folgende Sachen: die meisten Teilnehmer oder Personen auf dem Gelände sind sehr stark „naturbezogen“ und spirituell, im Hintergrund lief schreckliche „Entspannungsmusik“, die Trainerin hat uns vorgegeben, wann wir atmen sollen, und zum Schluss lagen wir ca. 20 Minuten nur auf der Matratzen und durften der Entspannungsmusik zuhören.

Als ich nach meinem Ubud Aufenthalt zurück in meiner zweiten Heimat in Seminyak war, habe ich mich mit Chris unterhalten. Chris kehrte nach jedem mehrtägigen Ausflug wieder zurück nach Seminyak, genau wie ich. Seine Aussage zu Ubud war:

Wenn ich mich mit Hippies unterhalten oder wie ein Hippie leben möchte, gehe ich zu meinen Eltern und nicht auf einen anderen Kontinent.

Es war gut es hier ausprobiert zu haben, denn ich werde es nicht noch einmal machen.

 

 

Das Leben in Ubud ist langsam. Ich konnte hier einige Tage verbringen, aber dann musste ich weiterreisen. Zurück an das Meer und zurück nach Seminyak. Zurück auf das Surfboard.