Phong Nha National Park

Sapa habe ich früh abends verlassen und mit dem Nachtzug bin ich zurück nach Hanoi gefahren. Vor meiner Abreise nach Sapa hatte ich mir bereits ein weiteres Zugticket für die Fahrt von Hanoi nach Dong Hoi gekauft. Meine Umstiegszeit hatte ich mit einer Stunde allerdings etwas knapp berechnet.

 

Das einzige Hostel weit und breit

Mein Plan für Dong Hoi war vom Bahnhof in das Dorf Phong Nha direkt am Eingang zum Nationalpark Phong Nha Ke Bang zu fahren. Hals über Kopf sprang ich noch in den Zug rein, da mein Nachtzug eine obligatorische Stunde Verspätung hatte.

Das „Easy Tiger“-Hostel hatte ich schon vorab gebucht. Ein Fahrer fuhr zwei weitere Reisende und mich vom Bahnhof zum Hostel. Das Hostel ist das einzige in der Gegend und viele Backpacker werden auf Weg von Hanoi nach Hué hier angespühlt.

Das Hostel gefiel mir sehr. Es war zwar morgens und abends viel los, aber trotzdem hatte man seine Ruhe. Am ersten Abend habe ich Jessie aus Kanada wieder getroffen, mit dem ich bereits ein paar Bier in Hanoi weggeputzt hatte. Wir tauschten unsere Facebookkontaktdaten aus und verabredeten uns in Hué wieder zutreffen.

 

Nationalparktour

Am nächsten Tag nahm ich an der Nationalparktour teil, die mit 1.200.000 Dong recht teuer war. Auf der einen Seite mag es daran liegen, weil die Eintritte zu den Höhlen so teuer sind oder weil die Gegend um Phong Nha erst seit ca. 3 Jahren touristisch erschlossen wird und die Spezies des Touristen vor dieser Zeit eine sehr seltene Population darstellte.

Ich hatte von der Tour bereits auf dem Blog von Patrick Hundt gelesen. Dieser war aber im Dezember 2012 dort und seitdem hat sich anscheinend touristisch viel getan. Nichts desto trotz ist der Park berühmt für seine Höhlen, welche die längsten und größten der Welt sind und das wollte ich mir natürlich nicht entgehen lassen.

Trotz des stolzen Preises und einer Gruppe von 48 Backpackern in vier Minibussen, hat es Spaß gemacht. Die erste Hälfte des Vormittags verbrachten wir im stumpfen Umherfahren durch den Park. Zwischendurch haben wir zweimal angehalten und konnten Fotos machen (die Aussicht ist wirklich schön) und die Guides haben uns über den Park aufgeklärt.

Die erste von drei Höhle ist ein Wallfahrtsort mit Pagode zum Gedenken an acht Frauen, die während des Vietnamkrieges den Männern geholfen haben, die den Highway 20 gebaut haben und an acht junge Menschen, die sich während eines Luftangriffes hier versteckt und vergeschüttet wurden.

Highway 20 wird auch Ho-Chi-Minh-Trail genannt, aber ehrführchtiger ist die Bezeichnung „Highway 20“. Die Straße ist nicht der zwanzigste Highway von Vietnam gewesen, sondern 20 war das Durchschnittsalter der Erbauer. Sie schafften ca. 25 Meter in der Nacht (zwei Betonplatten) und wurde jeden Tag zu verschiedenen Uhrzeiten bombardiert. Die jungen Männer meldeten sich freiwillig und bekamen Rationen für zwei Tage zugeteilt. Sollte man die zwei Tage überleben, übernahm man die Rationen eines toten Kameraden.

Der Zweck dieses Highway war, vom Norden Lieferungen aller Art über Laos und Kambodscha nach Saigon zu schaffen.

 

Paradies und Dunkelheit

Anschließend folgte Paradise Cave, eine Höhle die sich 31 km in die Berge zieht, mich aber nicht wirklich überzeugt hat, weil sie sehr touristisch war.

Der Nachmittag allerdings sollte es in sich haben. Wir stiegen in Kajaks und fuhren über einen Fluss in die „Dark Cave“. Hier waren wir die einzigen Besucher und unsere Tourengruppe hatte sich bereits halbiert. Wir latschten zuerst in einen Seitenarm der Höhle, die voller Matsch war. Man konnte nicht sehen, wie tief der Matsch ist und am Ende war jeder Teilnehmer ein Matsch-Monster. Beim Festhalten an den Wänden schnitt ich mir dabei den linken kleinen Finger auf. Ich bemerkte das aber erst nach dem Verlassen der Höhle, weil ein Steinsplitter im Finger steckte.

Um den Matsch abzuwaschen sind wir weiter in die Höhle gegangen und schwammen durch einen See. Alles war dunkel und der See war ca. 200 Meter lang.

Das war legen… warte es kommt gleich.

Dieser Moment war wirklich ein Top auf meiner Reise. Die Höhlenwand erstreckt sich bis zum 40 Meter in die Höhe. Alle waren still und man hat nur Fledermäuse gehört.

… där!

 

Die Tour hätte man eigentlich auch selbst durchführen können, indem man sich für 5$ einen Roller mietet und dann die Höhlen selbst ansteuert. Ein paar Mitreisende haben das am Tag darauf gemacht und der Preis war wirklich niedriger. Ein Plus für die Tour besteht aber darin, dass man in einer Gruppe viel mehr Spaß in „Dark Cave“ hat und einer der Guides hat bei der Entdeckung der Höhlen mitgearbeitet und ist Mitglied der British Cave Association.

Die Tage danach

Gebucht hatte ich zwei Nächte, aber weil es in dem Ort so schön ruhig war und ich für den Blog schreiben und ein paar Sachen für Neuseeland organisieren wollte, habe ich um eine Nacht verlängert.

Nach meiner letzten Nacht stand ich um 6 Uhr auf und nahm an einer Tour teil, die mich über die ehemalige DMZ und den engen Tunneln an der Küste nach Hué bringen sollte. Im Easy Tiger hatte ich einige Reisende kennen gelernt mit denen ich mich abends zum Essen treffen wollte.