Wandern bei San Martino di Castrozza

Schon seit einiger Zeit ziehe ich mit Rucksack oder Fahrradtaschen durch Europa. Ich habe schon die Wälder von Småland, den Atlantik der Normandie gesehen und den Winter in Budapest mitgefriert. Mein absolutes Highlight waren jedoch im Sommer 2013 die Berge der Dolomiten in Südtirol.Esel bei San Martino di Castrozza

Die Vorbereitung

Vielleicht weil es meine erste Solo-Tour war oder weil ich noch nie über 2500 Meter gewandert bin, aber das Wandern in der Palagruppe war unglaublich.Höhenangabe des Passo Pradidali Basso

Im Vorfeld stieß ich auf das Dolomiti Palaronda Soft Trek Wanderpaket des Touristenbüros von San Martino di Castrozza. In dem Paket sind drei Übernachtungen auf Berghütten inkl. Frühstück und Abendessen enthalten, um als Anfänger die Dolomiten zu genießen, ist das perfekt. Das Paket habe ich von Deutschland gebucht und musste mich nur noch um den Transport und die zusätzlichen Übernachtungen im Tal kümmen, wobei das Touristenbüro mir dabei sehr kompetent geholfen hat. Die Appartements liegen neben der Liftstation auf das Hochplateau und unten an der Straße starten die ersten Wanderwege.

Da ich abends um 20 Uhr in San Martino ankam und nach der Wanderung früh um 7 Uhr Richtung Venedig abfuhr, buchte ich zwei Nächte im Casa Vacanza da Meto. Da Meto liegt direkt neben der Liftstation und bietet ausschließlich Apartements an. Für 40€ pro Nacht für ein Doppelzimmer ist Frühstück mit unlimited Cappucino inklusive 🙂 Das Restaurent hat nur morgens und mittags geöffnet. Das mag sich vielleicht schlecht anhören, als ich jedoch da war, waren ausschließlich Einheimische aus dem Dorf hier und das Frühstück war wirklich spitze.

 

Hin und Zurück nach/von San Martino

Ich reiste per Bahn und Bus an von München an. In Trient stieg ich aus, kaufte mir eine Karte nach San Martino für 6,40 € und nahm den Bummelzug nach Borgo Valsugana. Von dort stieg ich in einen Bus um und wurde nach ca. 20 Minuten fahrt vom Busfahrer in einen anderen Bus geschickt. Wie lange die Fahrt dauerte, weiß ich nicht mehr, aber für 6,40 € war das ein absoluter Schnapper.

Alternativ kann man natürlich direkt mit dem Auto fahren (Parkplätze gibt es vor der Liftstation genug) oder einen Direktbus von Venedig nehmen.

 

Am Ende meines Aufenthaltes in San Martino bin ich nach Venedig weitergereist. Eine Busgesellschaft bietet einen täglichen Fahrservice für ein paar Euro von San Martino nach Venedig und zurück an. Die Fahrt dauerte ca. 3 Stunden und ein Gepäckstück kostet einen Euro Aufpreis.

 

Die WanderungAussicht auf das Hochplateau von San Martino

Die Wanderung findet auf dem Hochplateau statt und macht am Ende einen Kleiner VogelAbstecher in ein grünes Tal. Ich bin nie länger als 6 Stunden am Tag gewandert und hatte mir wirklich viel Zeit gelassen.

Am ersten Tag kam ich gegen Mittag an der ersten Hütte an und habe den typischen Touristenfehler gemacht: Mit Wanderschuhen auf das Hüttenzimmer gehen. Nach der Aktion war ich bei der Tochter des Gastwirtes schon unten durch.Frau zwischen Steinfelsen der Palagruppe

Die Wanderung ging am nächsten Tag erst richtig los. Lang war sie nicht, aber da der Winter sehr stark und das Frühjahr sehr mild war, lag noch meterweise Schnee. Zusammen mit einem tschechisch-polnischen Paar habe ich vergeblich versucht über einen Gletscher auf einen größeren Berg zu steigen, die Schneemassen, waren aber so gewaltig, dass wir bei jedem Schritt mit dem kompletten Bein im HütteSchnee versunken sind und Lawinengefahr bestand. Später am Tag erreichten wir klitschnasch mit einer kanadischen Familie die nächste Hütte.

Der nächste Tag war sehr heiß und führte mehrere 100 Meter ins Tal und anschließend wieder hoch. Besonders angenehm ist hierbei der Weg von einer steinig karstigen, Schneelandschaft überhalb der Baumlinie zurück in den Wald.Selbstportrait vor dem Tal

Da auf dem letzten Stück die Schneemassen und Lawinengefahr enorm waren, wurde der letzte Wandertag mit dem Gang zurück ins Tal und dem Bus drastisch abgekürzt 🙁

 

Wenn ich die Zeit habe, werde ich nocheinmal nach San Martino reisen. Zu meiner Reisezeit im Juli war Hochsaison in Italien, was ich später in Venedig und Florenz gemerkt habe, aber in San Martino war nicht viel los, auch sehr wenige ausländische Touristen waren hier unterwegs. Ob man die Wanderung mit dem Wanderpaket unternimmt oder auf eigene Faust loszieht, bleibt jedem selbst überlassen. Mein Kurzaufenthalt in der Palagruppe war super.